Donnerstag, 7. Dezember 2023

Eine Melodie in Viegos Geist

 


Viego goss Pfefferbohnenkaffee aus einer alten Blechkanne in seinen Becher. Die Kanne stammte noch aus der Zeit, als er mit Gangwolf fast allein in dieser Welt ausgeharrt hatte. Maria wusste, er sehnte sich zurück, obwohl ihm klar war, dass er damals alles andere als glücklich gewesen war. Er streckte die Hände nach seinem besten Freund aus, doch die Erinnerungen rannen ihm durch die Finger. Alles, was mit Gangwolf zusammenhing, war nur noch Licht und Luft und eine Melodie in Viegos Geist.


Aus „Die Sumpfloch-Saga 10“, Kapitel 10 


(Nur mal so als Einblick in meine Arbeit zurzeit, auch wenn ich nicht weiß, ob ich das wirklich hinbekomme. Auf jeden Fall ist es schön, mal wieder in Lettimur zu sein 😊.)

Dienstag, 5. Dezember 2023

Umzug der wahren Märchen

 


Einige von euch haben mich ja schon gefragt: Ja, „Froschröschen – Das wahre Märchen“ erscheint in Zukunft nicht mehr beim Drachenmond-Verlag und ist dort auch seit einer Weile nicht mehr erhältlich. Ich werde das Buch in einem leicht veränderten Gewand wieder selbst herausbringen und die neue Ausgabe, die ihr auf dem Foto seht, erscheint in wenigen Wochen. Nach und nach werde ich auch die „Aschenkindel“-Reihe wieder selbst verlegen. Solltet ihr also noch die Drachenmond-Ausgaben haben wollen, schlagt zu – momentan erhaltet ihr über den Verlag noch Band 1, 2 und 4. Band 3 ist bereits ausverkauft. 


Falls sich jemand fragt, warum die Bücher aus dem Verlag ausziehen: Es war keine Entscheidung gegen den Verlag und die wunderbaren Leute dort, sondern eine Entscheidung für die Eigenständigkeit. Der Markt hat sich in den letzten fünf Jahren stark verändert, die Strategien des Verlags und meine eigenen haben sich auseinanderentwickelt. Ich bleibe dem Verlag aber sehr freundschaftlich und mit großer Zuneigung verbunden und wer weiß, ob sich unsere Wege nicht eines Tages wieder kreuzen.

Freitag, 24. November 2023

Japan, Schreiben und das Robertina-Taschenbuch



Das Wichtigste in Kürze: 

Ich bin aus Japan zurück (die winzige Auswahl von Fotos drückt nicht im Entferntesten aus, was mir diese lange ersehnte Reise bedeutet hat), ich schreibe wieder (momentan hauptsächlich an Band 10 der Sumpfloch-Saga, aber das kann sich jederzeit ändern) und das Taschenbuch von Robertina ist erschienen. Wenn ihr es bei Thalia.de bestellt (dieses Beispiel nur, weil es bei mir so gut geklappt hat), erreicht euch das Buch sehr schnell. Bei Amazon werden momentan noch Portokosten verlangt, das wird sich aber ändern, sobald Amazon das Buch selbst auf Lager hat. Ich bin BoD sehr dankbar, dass sie sich so ins Zeug gelegt haben, damit das Buch schnell erhältlich ist. Zu allen drei Punkten will ich noch einzelne Posts machen, aber jetzt seid ihr schon mal im Bilde.

Hier noch mal die Infos zum Buch: „Robertina - Liebe und Schatten im Waldstein-Prinzel“, 404 Seiten, 16,90 EUR.












Freitag, 20. Oktober 2023

Robertina ist da

 


Es ist so weit! Heute ist sie frisch erschienen – Robertinas heitere und magisch-geheimnisvolle Bridgerton-Jane-Austen-Amuylett-Liebesgeschichte, die ihr hoffentlich genauso lieben werdet wie ich. 


Robertina - Liebe und Schatten im Waldstein-Prinzel

https://www.amazon.de/Robertina-Liebe-Schatten-im-Waldstein-Prinzel-ebook/dp/B0CJLSVJ5T


Das Buch ist 470 Seiten lang, kostet momentan noch 3,99 EUR und ist per Kindle Unlimited ausleihbar. Vielen, vielen Dank für eure Geduld und Unterstützung! Ich wünsche euch zauberhafte, glückliche Lesestunden.


Es war überhaupt nicht geplant und ich habe es erst vor einer Stunde bemerkt, aber tatsächlich ist Robertina an einem denkwürdigen Tag erschienen: Genau heute vor sieben Jahren war ich in Frankfurt bei der Buchmesse und habe für Aschenkindel den Kindle-Storyteller-Award verliehen bekommen. Das war so unglaublich, das werde ich nie vergessen.


Es freut mich sehr, dass sich Aschenkindel und Robertina nun diesen besonderen Gedenktag teilen. Es war, wie gesagt, gar nicht beabsichtigt. Eigentlich sollte Robertina schon vor zwei Tagen erscheinen, aber ich war zu langsam mit dem allerletzten Korrekturdurchgang.


Alles, was es sonst noch zu Robertina zu erzählen gibt, erfahrt ihr in späteren Posts. Jetzt feiere ich erst mal den Buchgeburtstag 😊 und hoffe, ich habt Spaß mit der Lektüre.


PS: Das gedruckte Buch braucht noch eine Weile. Es erscheint voraussichtlich Ende November/Anfang Dezember.

Freitag, 29. September 2023

Meer, Robertina und Oktober

 


Die letzten drei Wochen habe ich an diesem wunderschönen Arbeitsplatz verbracht, den ihr auf dem Foto seht: Ich war (und bin noch bis morgen früh) in einem Cottage in Cornwall und kann von meinem Platz aus auf das Meer sehen, das ich nun in allen Varianten (stürmisch, neblig, sonnig, verregnet, abendbunt) genießen durfte. Die Rohfassung von Robertina ist in dieser Zeit fertig geworden, ebenso wie die erste Überarbeitung. Alles spricht dafür, dass ihr das neue Buch aus Amuylett Mitte Oktober lesen könnte. Hier noch ein paar Infos zur Geschichte:

„Robertina – Liebe und Schatten im Waldstein-Prinzel“ spielt ca. 150 Jahre vor der Sumpfloch-Saga in Tolois.

Auf die Idee zu der Geschichte kam ich, als ich in den Zaubermachern das Luxushotel „Waldstein-Prinzel“ erwähnt habe. Ich wollte unbedingt eine Geschichte schreiben, die in diesem Hotel spielt, und habe gleich im Frühling 2021 damit angefangen. Doch obwohl ich den Beginn der Geschichte sehr mochte , habe ich ihn nach wenigen Seiten beiseitegelegt. Ich war nicht bereit für diese Liebesgeschichte.

Das neue Buch ist das erste Buch seit anderthalb Jahren, das ich beenden konnte. Ich weiß, ihr wartet auf andere Projekte, aber ich bin überglücklich, dass mich dieses Buch aus tiefen Schreibzweifeln reißen konnte. Ich liebe die Geschichte sehr.

In der Geschichte kommt Ajach vor. Sie wurde schon von Grindgürtel wiedererweckt und ist ziemlich einsam (Pyrg, der auch schon wiedererweckt wurde, ist nicht die netteste Gesellschaft für ein verzweifeltes Supergespenst). Ajach spielt nur eine kleine Nebenrolle, doch was sie tut – oder auch nicht tut –, ist bedeutsam.

Das Buch wurde wesentlich länger als ursprünglich geplant. Es hat mir große Freude gemacht, in eine Zeit einzutauchen, die den Ereignissen der Sumpfloch-Saga vorausgeht. Es ist eine Zeit des Umbruchs.

Ich habe nach anfänglicher Skepsis eine große Begeisterung für die Bridgerton-Verfilmungen entwickelt. Insbesondere „Queen Charlotte“ mochte ich sehr. Für mich ist Robertinas Geschichte ein Bridgerton-Amuylett-Mix, allerdings ohne explizite Szenen.

Ich freue mich schon sehr darauf, die Geschichte mit euch teilen zu dürfen 💛.


Sonntag, 20. August 2023

Robertina



Wie ich ja schon berichtet habe, schreibe ich seit einem Jahr an mehreren Büchern gleichzeitig. Und seit einem Jahr warte ich darauf, dass eine Geschichte das Rennen macht und endlich fertig wird. Es besteht nun berechtigte Hoffnung, dass ihr Anfang Oktober neuen Lesestoff aus Amuylett bekommt – allerdings hat sich eine ganz andere Geschichte in den Vordergrund gedrängt als ursprünglich erwartet.


Robertinas Geschichte zu schreiben – ein Buch im personalen Erzählstil, ähnlich wie die Sumpfloch-Saga –, hat mir sehr geholfen, meine Schreibkräfte zu bündeln und nicht auf halbem Wege in Zweifeln zu versanden. Wenn es also klappt, dass das Buch bald erscheint (ich danke für gedrückte Daumen), dann könnte es auch mit allen anderen Projekten endlich mal wieder zügig vorangehen.


Der Roman spielt ca. 150 Jahre vor der Sumpfloch-Saga in Tolois – so der momentane Stand, aber das kann sich noch ändern. Ebenfalls noch ändern können sich Titel und Klappentext, doch hier bekommt ihr schon mal einen Einblick in die gegenwärtige Fassung.



Robertina - Liebe und Schatten im Waldstein-Prinzel, Klappentext:


„Sie dort“, erklärte Skalpie mit Grabesstimme und zeigte auf Robertina. „Ich will sie kaufen.“


Robertina ist außergewöhnlich schön (das meint zumindest Onkel Hörbert) und die Männer im Hotel Waldstein-Prinzel sind steinreich. Was läge also näher, als in dem berühmten Hotel abzusteigen und dort auf Junggesellenjagd zu gehen?


Onkel Hörbert glaubt an den perfekten Plan, doch in der größten Stadt der Welt trifft die Familie von Sturmblatt-Floheim schnell auf die Widrigkeiten einer unperfekten Wirklichkeit. Die Uhr tickt, das Geld schwindet und mit einem Mal erscheint der Wunsch eines gewissen Herrn Skalpie, Robertina für eine Million Goldflöhe zu kaufen, gar nicht mehr so verwerflich.


Es lockt ein Vertrag, der Robertinas Ehre, doch nicht ihr Glück beschützt. Nur einen Monat lang soll sie dem mysteriösen Ernest Skalpie für seine Arbeit zur Verfügung stehen. Doch die Gefühle, Schatten und Rätsel, die dieser Handel mit sich bringt, könnten vernichtend sein …

 

Freitag, 30. Juni 2023

Das verlorene letzte Morgenweltkapitel


Neulich hat jemand einen sieben Jahre alten Post auf Instagram von mir ausgegraben, in dem ich erzählt habe, dass ich das ursprünglich letzte Kapitel von Band 7.2 gelöscht habe, weil meine Schwester meinte, es sei überflüssig. Sie hatte absolut recht damit, da das aktuelle letzte Kapitel den perfekten Schluss für den Doppelband 7 bildet.

Nun wurde ich gebeten, dieses letzte Kapitel herauszurücken, da es vom erwachenden Fühler handelt und dringend Bedarf an Fühler-Content bestehe 😄. Ich musste erst mal danach suchen, konnte das Kapitel aber schließlich bergen und fand es dann durchaus interessant. Es ist nur kurz und nicht weiter wichtig, aber für alle, die es lesen möchten: Hier ist es!



Kapitel 37: Der Patient


Halfter betrat das Krankenzimmer ohne rücksichtsvolle Ruhe.


„Das ist er?“, fragte er laut.


„Sie sollten Ihre Stimme dämpfen“, sagte der Direktor, „ich mache Fortschritte, aber eine unabdingbare Voraussetzung für seine Genesung ist Ruhe!“


Frost, der auf der anderen Seite des Bettes stand, nickte und warf Halfter einen beschwörenden Blick zu. Halfter gab nach. Er hörte nur auf sehr wenige Menschen, eigentlich auf so gut wie gar keinen, aber er hörte auf Frost.


„Wann wacht er auf?“, fragte Halfter, leiser als zuvor.


„Dass er reagiert, ist schon ein Wunder“, erwiderte der Direktor.


„Das war keine Antwort auf meine Frage!“, murrte Halfter.


Der Direktor blickte Halfter verärgert an.


„Ich bitte Sie, von weiteren Besuchen dieser Art abzusehen, falls Sie Wert darauf legen, dass der Patient zu uns zurückkehrt. Sie verbreiten hier eine Stimmung, die unserem Ziel schadet!“


„So bin ich nun mal“, sagte Halfter. „Ein unbequemer alter Mann.“


Der unbequeme alte Mann trat näher an das Bett heran und betrachtete den Patienten, dessen Augen mit den langen Wimpern geschlossen waren. Er hatte sie seit anderthalb Jahren nicht mehr geöffnet.


„Es stimmt, was man so sagt“, stellte Halfter fest. „Der Junge ist hübsch. Eine wahre Schönheit! Verstehe, dass Repuls ihm verfallen ist.“


„Er ist sensibel“, erklärte der Direktor. „Er wird Ihnen nicht von Nutzen sein, wenn Sie ihm nicht mit Verständnis und Sanftmut begegnen.“


„Höre ich da Besorgnis heraus?“, fragte Halfter. „Hat sich das kalte Herz des Arztes für die zarte Seele seines Schützlings erwärmt?“


„So heilt man. Ich weiß jetzt wieder, warum ich es eines Tages nicht mehr geschafft habe.“


Halfter interessierte es nicht, warum der Direktor vom gefeierten Arzt zum Verbrecher abgestiegen war. Warum er alle diese Dinge getan hatte, für die man ihn zu Recht ins Gefängnis gesteckt hatte. Doch Frost interessierte es. Er wollte wissen, wie der Arzt selbst zum Irren geworden war, ausgestattet mit einem so kalten, rationalen Verstand, dass es niemandem hatte gelingen können, ihn von sich selbst zu heilen.


„Ja?“, fragte Frost. „Was wissen Sie jetzt wieder, Direktor?“


„Wie weh es tut“, antwortete der Direktor. „Ich leide mit diesem Jungen hier, ich gehe seinen Weg, ich fühle, was er fühlt – und das bedeutet bei einem Fühler etwas ganz anderes als bei einem gewöhnlichen Menschen. Er fühlt sich an wie tausend Patienten. Ich habe mich damals in meiner Arbeit verloren und es nicht mehr ausgehalten. Dieser Fall hier bringt mich abermals an den Rand meiner Kräfte.“


„Sie haben die Wahl“, sagte Halfter. „Sie können jederzeit aussteigen.“


Der Direktor beugte sich über seinen Patienten. Er schien zu horchen, er vernahm etwas. Und obwohl Halfter ein Mann war, den so leicht nichts mehr erschrecken konnte, erschrak er doch, als der Fühler plötzlich seine Augen öffnete.


„Sie sind in Sicherheit“, erklärte der Direktor dem Patienten mit einer beruhigenden, geradezu hypnotischen Stimme. „Ich werde Ihnen helfen. Sie werden in Ihr Leben zurückfinden.“


Mit offenen Augen war der Fühler noch hübscher. Aber sie hatten den Mann nicht aufgeweckt, um sich an seinem Anblick zu erfreuen. Halfter brauchte seine Gabe. Und da Halfter kein Dummkopf war und wusste, wann er seinen eigenen Zielen im Weg stand, machte er Frost ein Zeichen, ihm zu folgen und den Patienten der Fürsorge seines Heilers zu überantworten.


„Weißt du, Frost, warum ich jedem anderen Möchtegern-Monster überlegen bin?“, fragte Halfter, als sie das Zimmer verlassen hatten und die Gänge des Sanatoriums durchschritten. „Warum mir Pelohel, Desiderat und Weißer Stern niemals das Wasser reichen können?“


„Ja, Halfter, das weiß ich. Je älter du wirst, desto häufiger wiederholst du dich.“


„Schade, ich hätte es dir so gerne noch einmal erzählt.“


„Nur zu!“, sagte Frost. „Ich werde so tun, als wäre mir die Erkenntnis ganz neu.“


„Der Grund dafür ist“, begann Halfter und dann legte er eine künstliche Pause ein, um die Spannung zu erhöhen, obwohl er wusste, dass diese Spannung ohnehin nicht existierte, „dass man mich mögen kann.“


Frost lachte.


„Ja, das kann man“, sagte er. „Aber man sollte es besser nicht tun. Bei Gott – man sollte es nicht!“


Sie verließen das austrische Sanatorium durch den Hintereingang und traten hinaus in den glitzernden Schnee. Über Nacht war der Winter gekommen. Die Kälte begann.