Dienstag, 27. September 2016

Ein paar Neuigkeiten


Ihr habt lange nichts von mir gehört, deswegen überschütte ich euch jetzt gleich mal mit drei Neuigkeiten auf einmal:

Neuigkeit 1: Ich war im Urlaub an der Nordsee (war schön!) und habe dort auch weitergeschrieben, doch obwohl ich jetzt ungefähr bei Seite 350 bin und auch sehr zufrieden, fehlen doch immer noch ca. 250 Seiten. Ich rechne mit einer Veröffentlichung von Band 8.1 im Dezember, Januar oder Februar. Ich kann nur immer wieder sagen: Es tut mir leid, dass es so lange dauert, aber der Band wird dafür knapp 600 Seiten dick sein. Band 8.2 wird ebenfalls 600 Seiten haben und die Saga erst einmal (aber vielleicht nicht komplett für immer) abschließen.

Neuigkeit 2: Ich werde mich dieses Jahr auf der Buchmesse herumtreiben und da ich des Öfteren gefragt werde, ob man mich dort treffen kann, freue ich mich, bekannt geben zu können, dass es am Samstag, den 22. Oktober ein kleines Meet & Greet mit mir geben wird; das heißt, ihr könnt mich ganz unspektakulär am Stand des Selfpublisher-Verbands treffen (Halle 3.0 J22), zwischen 15 und 16 Uhr. Ich gebe den Termin ein paar Tage vorher noch mal bekannt.

Neuigkeit 3: Für alle, die gerne schon etwas lesen möchten, habe ich hier noch den Anfang von Kapitel 4 des neuen Buches gepostet, dem man dies und das über das aktuelle Leben in Sumpfloch entnehmen kann. Das Kapitel heißt „Schmetterlinge und Spinnen“ und ist aus Scarletts Sicht geschrieben.

Und nun wünsche ich euch noch einen schönen Herbst!

--- LESEPROBE ---

Sumpfloch-Saga 8.1, Kapitel 4: Schmetterlinge und Spinnen

Es regnete. Es war ein eiskalter Regen, der jeden Moment in Schnee übergehen konnte, doch ganz gleich, ob Schnee oder Regen – dieses Wetter war für eine bestimmte Cruda nicht dazu geeignet, Ausflüge zu unternehmen. Scarletts Spiegelbild in der Fensterscheibe zeigte sich entsprechend mürrisch, doch sie hatte gelernt, duldsam zu sein und die Tatsache zu akzeptieren, dass sie ihre Magikalie verlor, sobald sie nasse Haare bekam.

Mittlerweile hatte sie immerhin einen Zauber ersonnen und fleißig geübt, der sie auch während des Fliegens gegen die gefährlichen Regentropfen abschirmen könnte, vorausgesetzt, es glückte ihr, ihn ununterbrochen aufrechtzuerhalten, allen Winden und Wolken zum Trotz. Das Problem war nur: Wenn es ihr nicht gelänge, würde sie abstürzen, verloren ohne Magikalie, und das wäre ihr Tod.

Trotzdem wollte sie es ausprobieren. Für dieses Vorhaben brauchte sie Hilfe – einen Beschützer, der genauso schnell fliegen konnte wie sie und sie auffangen würde, wenn sie fiel. Die richtige Person dafür traf in der Regel erst gegen Mitternacht in Sumpfloch ein. Leider. Und dann hatte diese Person auch noch die dumme Angewohnheit, Scarletts Sinne so zu verhexen, dass sie spontan alle Lust auf anstrengende und riskante Experimente verlor.

Aus diesem Grund hatte Scarlett Hanns auch noch nichts von dem neuen Zauber erzählt, so wie sie die allermeisten Dinge zu erzählen vergaß, wenn er bei ihr war. Denn die Nächte waren kurz und ihr Mund anderweitig beschäftigt und sei es auch nur, um sinnlose Streits vom Zaun zu brechen, damit sich die Cruda in ihr mal wieder so richtig austoben konnte.

Diese besondere Liebe, die Scarlett mit Hanns verband, war ihr Himmel auf Erden. In keiner Situation, bei keinem anderen Menschen fühlte sie sich so frei und im Einklang mit sich selbst. In seiner Gegenwart hörte ihre Cruda-Natur auf, ein Fluch zu sein, und wurde auf einmal zum Segen, ja, zur Wonne. Doch so, wie Scarlett den Regen fürchtete, der sie vom Himmel holen und ihr das Genick brechen konnte, so fürchtete sie auch ein Schicksal, das sie ihres Glücks berauben würde. Es konnte geschehen, ja, es war sogar wahrscheinlich, dass sie Hanns an eine sterbende Welt verlor oder – was fast genauso schlimm wäre – an ein anderes Mädchen.

Gut, sicherlich wäre eine sterbende Welt tragischer, doch dieses Ende aller Dinge war zu unvorstellbar, um es sich auszumalen. Eine Verbindung von Hanns und Lumili hingegen konnte sich Scarlett viel zu gut vorstellen. Jedes Mal, wenn sie es tat, geriet sie so sehr in Rage, dass sie fürchtete, in die dunklen Zeiten zurückzufallen, in denen ihr Körper gewütet hatte, bevor sie ihm Einhalt gebieten konnte.

Scarlett atmete scharf ein und aus. An der kalten Fensterscheibe bildete sich sofort eine beschlagene Stelle, die sich ausbreitete, während Scarletts hitziger Atemhauch über das Glas jagte. Die winzigen Wassertropfen verwandelten sich überraschenderweise in kleine zischende Schlangen, die sogleich wieder verdampften. Diesen Effekt hatte sie gar nicht beabsichtigt!

Wie ertappt drehte sie sich um, doch die zahlreichen Schüler, die in ihrem Rücken zur unterirdischen Bootsanlegestelle trotteten, hatten nichts bemerkt. Sie konzentrierten sich auf ihren Schul-Alltag: auf unerledigte Hausaufgaben oder drohende Überraschungs-Tests. Es ging das Gerücht, dass Itopia Schwunds letzter Test unsichtbar gewesen sei. Die gesamte Klasse war angeblich durchgefallen.

Sehr in Anspruch genommen wurden die Schüler auch von den jüngsten Gerüchten um Gerald und Thuna: Es hieß, er habe sie zu einem Ausritt auf seinem schwarzen Lindwurm mitgenommen! Womöglich stand sein nächster Freundinnen-Wechsel kurz bevor? Ärgerlicherweise konnte niemand darauf wetten, denn Ponto Pirsch hatte sein Wettbüro schließen müssen. Seit dem Fall der Republik arbeitete er als Praktikant für Erik Lavender, den Verwalter der ehemaligen Provinzen.

In all den Diskussionen und Gesprächsfetzen, die Scarlett an diesem Morgen aufschnappte, drängte sich eine Frage immer wieder in den Vordergrund: Würde der Eintopf heute Mittag wieder genauso gut schmecken wie am Tag zuvor? Die Schüler hatten gestern ihre Schüsseln ausgeleckt und gierig nach mehr verlangt!

Wanda Flabbi war geradezu verzweifelt gewesen, denn mit einer solchen Nachfrage hatte sie nicht gerechnet und sie wollte keinen Schüler hungrig vom Mittagstisch aufstehen lassen. Der Krötenkoch, der seinen Geschmackssinn wiedererlangt hatte, vollführte neuerdings wahre Wunder mit dem Kochlöffel. Woran es wohl lag? War er so begabt oder hatte da irgendwer seine magikalischen Finger im Spiel?

Ja, das Leben in Sumpfloch nahm seinen Lauf und Scarlett sehnte sich manchmal danach, mit ihren Freundinnen wieder daran teilzunehmen. Das Leben war doch angenehm überschaubar gewesen, als ... Scarletts Gedanken stoppten, denn soeben kam Krotan Westbarsch den Gang entlangstolziert, stocksteif mit seiner Aktentasche unter dem Arm. Die herabgezogenen Mundwinkel in seinem Kröten-Gesicht wirkten weit abschreckender als der eiskalte Regen, der gegen die Fensterscheiben schlug.

Nein, Scarlett nahm alles zurück. Sie war dankbar dafür, dass sie vom Unterricht befreit worden war. Auch wenn ihr das morgendliche Tuscheln, Jammern und Gähnen fehlte, ebenso wie all die kleinen Aufregungen ihrer Schulzeit, die ihr gegen die großen Aufregungen der Gegenwart unschuldig und idyllisch erschienen.

„Hey Scarlett!“, rief Ponto Pirsch, der gerade den Gang entlanggeeilt kam, mit Stapeln von Akten unter dem Arm, ganz in Erik-Lavender-Manier. „Was machst du hier? Ich dachte, du jagst Lieblose an der Grenze zu Gorginster!“

„Die Mission wurde verschoben“, antwortete Scarlett. „Auf übermorgen. Die anderen Jäger brauchten eine Pause.“

Das war nicht der wahre Grund für den Aufschub der Mission. Der wahre Grund war eine hartnäckige Regenfront, die nach Westen in Richtung Gorginster zog und gegen die kein Zauberer etwas ausrichten konnte. Hanns hatte beschlossen, dass es für Scarlett und ihr geheimes Wasserproblem besser wäre, die Regenfront vorüberziehen zu lassen und die Lieblosen-Jagd auf übermorgen anzusetzen.

„Ach so“, sagte Ponto. „Stand bestimmt in irgendeinem Protokoll, das ich nicht gelesen habe.“

Der Schafsjunge grinste. Er hatte Thuna schon anvertraut, dass er den meisten Papierkram, mit dem sich Eriks Stab so herumschlug, für überflüssig hielt. Daher las er auch nur das Wenigste davon („sonst hätte ich ja gar keine Zeit mehr“). Trotz dieser Einstellung, die Ponto vor Erik geschickt zu verbergen wusste, schien er bei seinem neuen Chef einen guten Eindruck zu hinterlassen. Erik äußerte sich Thuna gegenüber durchaus lobend über seinen neuen Praktikanten.

Nun war es nicht so, dass Erik dem Schafsjungen wirklich wichtige Aufgaben anvertraut hätte. Er beschäftigte ihn bisher nur als Bleistift-Anspitzer und Servietten-Reicher, wie Lisandra gerne höhnte, wenn Ponto in der Nähe war. Doch Ponto war ja bekanntlich ein schlauer und praktisch veranlagter Kerl. Er wusste genau, dass er von Erik getestet wurde, und schaffte es, die Bleistifte so effizient anzuspitzen und die Servietten so unaufdringlich und hilfreich auszuhändigen, dass er allgemein als angenehme Bereicherung des Stabs erachtet wurde.

„Und warum lungerst du hier im Gang herum?“, fragte Ponto. „Willst du ein paar Schüler zu Tode erschrecken, um in Form zu bleiben?“

„Das wäre ein netter Zeitvertreib“, antwortete Scarlett. „Aber tatsächlich“, und hier machte sie eine übertrieben geheimnisvolle Pause, „warte ich auf Gerald. Wir haben etwas vor!“

„Zu dumm, dass ich keine Wetten mehr organisieren darf“, sagte Ponto. „Mir entgeht ein fantastisches Geschäft.“

„Ja, zu dumm“, wiederholte Scarlett. „Dabei würde ich zu gerne wissen, ob ich Thuna in einer neuen Gerald-Wette ausstechen könnte.“

Pontos intelligente Schafsaugen begannen gewitzt zu glitzern. Der Junge führte etwas im Schilde, dessen war sich Scarlett sicher. Etwas, das Erik nicht gutheißen würde, wenn er davon wüsste.

„Nichts gegen deinen Hexen-Charme, Scarlett“, sagte Ponto, „aber du würdest gegen Thuna den Kürzeren ziehen. Ganz sicher. Alle würden auf sie wetten!“

„Das letzte Mal habe ich mich nicht richtig angestrengt. Wenn ich es darauf anlegen würde, würde ich gewinnen!“

„Tja“, sagte Ponto mit einem gespielt gleichmütigen Schulterzucken, „wir werden es nie erfahren.“

„Nein, werden wir nicht.“

„Ich muss dann mal“, sagte Ponto. „Staatsangelegenheiten, weißt du.“

„Was denn für welche?“, fragte Scarlett. „Darfst du den Konferenztisch polieren? Eriks Tee umrühren? Seine Pausenbrote beschriften?“

„Wir fliegen heute nach Austrien.“

„Oh, wirklich? Was wollt ihr da?“

„Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass wir uns mit einem Informanten treffen.“

„Und was soll dabei herauskommen?“

Ponto zuckte mit den Achseln.

„Werde ich hören ...“

„Vielleicht solltest du dir zur Abwechslung mal ein Protokoll durchlesen.“

„Was wir von dem Informanten wollen, steht in keinem Protokoll“, erklärte Ponto. „Wenn du mich fragst, hat es etwas mit Repuls zu tun und dem Fühler, der ... nun ja.“

„Du meinst, mit seinem todkranken Freund?“

„Guck mal, dein Rendezvous! Wir sehen uns, Scarlett. Und zieh dich warm an!“

Bevor Scarlett fragen konnte, was er damit meinte, war Ponto schon hinter der nächsten Ecke verschwunden, und Gerald, der soeben bei Scarlett ankam und den letzten Satz gehört hatte, hob interessiert die Augenbrauen.

„Du sollst dich warm anziehen?“, fragte er. „Geht es um eine Wette?“

Kommentare:

  1. Ich wollte dir mal sagen wie toll ich die Sumpfloch Saga und ihre Personen finde. Ich habe selten so gut ausgearbeitete Figuren gesehen und dazu noch eine gute Story. Am besten finde ich Maria, Thuna und Hans. Thuna und Maria sind mir sehr ähnlich. Eine Mischung der Beiden würde ziemlich genau mich ergeben. Ich freue mich so, dass Scarlett und Hans so gut harmonieren. Bitte mach nicht, dass Hans Lumilli heiraten muss. Scarlett würde mit ihrem Cruda-Teil die ganze Welt in Schutt und Asche legen (mehr als sie eh schon ist ;)) Inzwischen habe ich gar keine Ahnung mehr wie das ganze noch gut ausgehen soll. Mit den beiden Welten und allen Freunden (die Erdenkinder, Hans und die Super Gespenster, Scarlett, Lysandra,...) die zusammen bleiben wollen ganz zu schweigen von den ganzen Leuten die man NICHT haben will (Das Monster von Hornfall, Mungo Bartok,...). Na ja es wird schon einen Plan für das Ende geben. Ich hoffe nur, dass es ein gutes Ende wird damit ich immer mit einem Lächeln an diese Saga zurück denken kann :) Ich wünsche dir noch ein gutes schreiben und viel Inspiration

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    1. Ich würde von mir selbst auch sagen, dass ich eine Mischung aus Thuna und Maria bin, wobei die beiden natürlich die besseren Eigenschaften haben als ich; aber ich wäre gerne so wie Scarlett oder manchmal auch Lisandra, so mutig und voller Energie und kämpferisch.

      Ich möchte auch immer mit einem Lächeln an die Saga zurückdenken, falls dich das beruhigt :-). Es freut mich sehr, dass du die Saga so magst - vielen Dank für deinen Kommentar und die guten Wünsche!

      Liebe Grüße

      Halo

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  2. Ich finde die Saga einfach unfassbar schön. Durch diese Saga habe ich erst richtig angefangen zu lesen und habe seitdem auch nicht damit aufgehört. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band:)
    Ich hoffe, dass ich sie vielleicht auf der Buchmesse in Frankfurt sehe. Es wäre wie ein kleiner Traum, der wahr werden würde.

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    1. Vielen Dank für das Kompliment - das freut mich sehr, dass dich die Sumpfloch-Saga zum Lesen gebracht hat! Und ich freue mich schon sehr auf die Buchmesse. Obwohl ich auch ganz aufgeregt bin, denn das ist das erste Mal, dass ich meine Leser treffe. Ich mache mir jetzt schon Sorgen, dass auch alles klappt. Also vielleicht bis in zwei Wochen! Liebe Grüße Halo

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  4. Noch mal ohne Tippfleher: 😉
    Gibt's deine Bücher auch als Hardcover? Ich würde sie mir gerne für's Regal kaufen, aber dafür kaufe ich immer nur HC. Ich habe alle eBooks gelesen, du schreibst toll!

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    1. Liebe Su, nein, bisher gibt es keine Hardcover. Und die Taschenbuchausgaben sind noch nicht ausgereift, da wollte ich auch noch mal ein paar Cover überarbeiten. Vielleicht wartest du besser noch mit den Büchern fürs Regal. Ich schließe es auch nicht aus, dass die gedruckten Bücher doch noch mal irgendwann von einem Verlag übernommen werden und dann sehen sie bestimmt besser aus. Vielen Dank für das Lob! Liebe Grüße Halo

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  5. Das Kapitel ist toll, und macht Freude auf mehr... Januar Februar wir ein cooles Buch

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